12.Februar.2021

Spotlight on "Scarecrows And Moondogs"

Spotlight on "Scarecrows And Moondogs"

Interview mit Theuderich "Diddy" Metzger, Sänger der Band "Whiskey On Valentine's" zur aktuellen CD-Neuerscheinung "Scarecrows And Moondogs"

Diddy, was war eure Idee, Motivation oder Inspiration zu "Scarecrows And Moondogs"?

Diddy: Nach unserem Debüt-Album wollten wir nachlegen. Ideen zu neuen Songs waren vorhanden und Zeit hatten wir pandemiebedingt ja genug. So ist "Scarecrows And Moondogs“ entstanden. 

Mich inspirieren Van Gogh, Luis Buñuel, Kevin Coyne und mein langjähriger Partner Louisiana Red. Natürlich gibt es immer verschiedene weitere musikalische Einflüsse. So ein Werk entsteht durch das, was uns im Kopf herum schwirrt. Beim gemeinsamen Musik machen und Entwickeln entsteht eine besondere Energie. Ich kann es gar nicht so genau beschreiben. Das ist wie Kochen. Durch neue Zutaten kommt etwas Neues auf den Tisch. Und am Ende schmeckt’s. Das Album ist auch eine Art Corona-Selbsthilfe-Projekt, bei dem wir durch die Beschränkungen einfach viel mehr Zeit hatten.

 

Welche Bedeutung hat der Titel "Scarecrows And Moondogs" für dich?

Diddy: Das ist metaphorisch - im übertragenen Sinne: Das hat etwas Zwischenweltliches. Scarecrows, auf Deutsch „Vogelscheuchen“, und „Moondogs“, das sind Mondtrabanten. Zweitmonde - also nichts ganz Greifbares. Eher aus einer Zwischenwelt. Die Vogelscheuchen, die nachts auf dem Feld im Mondschein stehen sind ja irgendwie mit dem Mond verbunden. Eigentlich beobachten sich Vogelscheuche und Mond gegenseitig.

Wann ist das Album entstanden und wie lange hat es gedauert?

Diddy: Wir haben Anfang 2020 mit den Aufnahmen begonnen und alle zwei bis drei Wochen einen neuen Titel fertig gestellt. Das Ganze hat ungefähr 10 Monate gedauert.

Wer hat mitgewirkt?

Diddy: Mein Bandkollege Peter Stahl und ich. Außerdem hatten wir Unterstützung von Peters Sohn Flo und der Sängerin Sigrun Schuhmacher, die uns ein paar Backgrounds eingesungen haben. Und natürlich von Peter’s Frau, die eine großartige Köchin ist. Werner Goos hat uns beratend als Co-Producer unterstützt.

 

Wo wurde das Album aufgenommen?

Diddy: In Peter’s Studio, der Casa da Música, in Weisenheim. Dort wurde produziert und gemischt.

 

Welche musikalischen Einflüsse gab es?

Diddy: Ich bin beeinflußt von Tom Waits und Screamin' Jay Hawkins. Peter bringt die etwas rockigeren Einflüsse mit. Es gibt auch Blues-Einflüsse. Da ich diatonische Mundharmonika spiele, ist das fast automatisch so.

 

Habt ihr ein Lieblingsstück?

Diddy: Ich mag den Song „Frank“ am Liebsten. Auch der Text ist super. Ich glaube, Peter’s Favorit ist „Loony Dayz“. Er ist der romantischere Typ. Ich nicht so. Peter und ich sind in musikalischen Ansätzen verschiedenen. Ich bin mehr der Improvisator und Peter der Strukturiertere. Mit Peter zu spielen macht einfach total Spaß und er groovt halt auch wie die Sau.



Gab es irgendwelche Magic Moments für euch bei der Entstehung?

Diddy: Ja, wir hatten viele Magic Moments. Wir haben gespielt, uns angesehen und uns war klar „So wollen wir das!“. Keine Schnörkel. Einfach kerzengerade. Ohne irgendwelches Gedöns. Kein Schleifchen drum. Immer auf die Zwölf und fertig. Das ist sozusagen der rote Faden. Unfassbar, wie die Lieder geflutscht sind. Boah! Wirklich unglaublich. 

 

Spielt ihr die Stücke auch live?

Diddy: Sobald wir wieder live spielen dürfen, werden wir die Songs auch auf der Bühne bringen.

 

Was ist der Hintergrund zum Artwork der CD?

Diddy: Das Artwork hat sich durch Puppen ergeben, die ich von Gustav Schuh, einem Altersheimbewohner aus der Pfalz bekommen habe. Gustav baut diese Puppen. Ich fand sie sofort total geil, weil sie einen besonderen Spirit haben. Irgendetwas Mystisches, Abgespactes und das passt zu "Scarecrows And Moondogs". Es gab viele Ideen, aber mit den Puppen war dann direkt klar „Das ist ja der Hammer. Das lassen wir so.“ Ich finde das Artwork sehr passend.

 

Was erwartet den Hörer?

Diddy: Den Hörer erwartet gerader, direkter, schnörkelloser Blues-Rock von und für „Geisteskranke“.

 

Warum darf "Scarecrows And Moondogs" in keiner Musiksammlung fehlen?

Diddy: Ich habe noch nichts gehört, was so klingt, wie das. Es wäre also nicht schlecht, wenn man’s hat.

 

Interview: Nabil Zitouni

 

Hörbeispiel

 

Zum Album "Scarecrows And Moondogs"